Kompetenznetzwerk Prostatakrebs München – Gemeinsam gegen den Krebs
Das Netzwerk ermöglicht Patienten trotz zunehmenden Ärztemangels und langer Wartezeiten eine schnelle und hochwertige Versorgung
Prostatakrebs ist mit rund 79.600 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Statistisch ist etwa jeder achte bis neunte Mann im Laufe seines Lebens betroffen. Die Prostata ist eine walnussgroße Drüse unterhalb der Harnblase und produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Bei Prostatakrebs verändern sich Zellen der Prostata bösartig und verdrängen gesundes Gewebe.
Eine besondere Herausforderung dieser Erkrankung besteht darin, dass sie im Frühstadium meist keine Beschwerden verursacht. Treten Schmerzen oder andere Symptome auf, befindet sich der Krebs häufig bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, in dem eine vollständige Heilung deutlich schwieriger ist. Deshalb empfehlen Fachärzte Männern ab dem 45. Lebensjahr regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen. Wird der Krebs früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr hoch: Laut Robert Koch-Institut liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei etwa 92 Prozent.
Um Patienten trotz zunehmenden Ärztemangels und langer Wartezeiten eine schnelle und hochwertige Versorgung zu ermöglichen, wurde das Kompetenznetzwerk Prostatakrebs gegründet. Es verbindet die Urologische Klinik München-Planegg, die Strahlentherapie Pasing sowie mehr als 15 urologische Praxen in und um München. Ziel des Netzwerks ist eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Fachrichtungen, um Diagnostik, Therapieplanung und Behandlung optimal aufeinander abzustimmen. Patienten profitieren dadurch von kurzen Wartezeiten, schnellen Terminen und einer zügigen Einleitung der individuell passenden Therapie.
Ein zentraler Bestandteil des Netzwerks ist die regelmäßige interdisziplinäre Tumorkonferenz. Hier besprechen Experten aus Urologie, Strahlentherapie und weiteren Fachgebieten jeden einzelnen Patientenfall gemeinsam. Auf dieser Grundlage wird eine individuell abgestimmte Behandlungsstrategie entwickelt. Diese enge Zusammenarbeit gewährleistet eine medizinische Versorgung nach aktuellem wissenschaftlichem Stand und berücksichtigt die persönliche Situation jedes Patienten.
Die Urologische Klinik München-Planegg zählt zu den größten Einrichtungen ihrer Art und behandelt jährlich rund 1.000 Patienten mit Prostatakrebs. Je nach Erkrankungsstadium erfolgt entweder eine operative Entfernung der Prostata oder eine Strahlentherapie. Besonders moderne Operationsverfahren kommen mithilfe von Da-Vinci-Operationsrobotern zum Einsatz. Diese ermöglichen minimalinvasive Eingriffe mit sehr kleinen Schnitten und hoher Präzision. Dadurch leiden Patienten unter weniger Schmerzen, verlieren weniger Blut und erholen sich deutlich schneller. Ein bekanntes Beispiel für den Erfolg dieser Methode ist der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, der nach einer solchen Operation bereits nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen konnte.
Neben der Operation bildet die moderne Strahlentherapie die zweite wichtige Behandlungssäule. In der Strahlentherapie Pasing werden jährlich mehr als 1.500 Patienten behandelt. Zum Einsatz kommt unter anderem der hochmoderne Linearbeschleuniger Varian Halcyon, eines der weltweit fortschrittlichsten Bestrahlungssysteme. Vor jeder Behandlung erstellt das Gerät innerhalb weniger Sekunden ein dreidimensionales Bild des Patienten, wodurch die Bestrahlung besonders präzise durchgeführt werden kann.
Ein wesentlicher Vorteil des Halcyon-Systems ist die deutlich verkürzte Behandlungszeit. Da die Bestrahlung schneller erfolgt, bleibt die Prostata während der Behandlung nahezu unbeweglich. Dadurch werden Ungenauigkeiten reduziert und gesundes Gewebe besser geschont. Moderne Strahlenführungssysteme sorgen zusätzlich dafür, dass die Strahlen exakt auf den Tumor gerichtet werden. Dies führt zu weniger Nebenwirkungen und einer höheren Patientensicherheit. Auch Patienten mit Schmerzen oder Blasenproblemen profitieren von den kürzeren Behandlungszeiten sowie von einer großzügigen Geräteöffnung, die Platzangst reduziert.
Ein weiterer Vorteil des Kompetenznetzwerks besteht darin, dass alle Patienten unabhängig von ihrer Krankenversicherung Zugang zu den modernen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Ergänzend zur Strahlentherapie werden außerdem naturheilkundliche Begleittherapien angeboten, um die Lebensqualität während der Behandlung zu verbessern.
Insgesamt zeigt das Kompetenznetzwerk Prostatakarzinom, wie durch die enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen eine schnelle, individuelle und qualitativ hochwertige Versorgung von Prostatakrebspatienten erreicht werden kann. Die Kombination aus moderner Medizintechnik, interdisziplinärer Zusammenarbeit und patientenorientierter Betreuung verbessert sowohl die Heilungschancen als auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich.
